Auszeiten

Keine Angst, ich schreibe jetzt nicht jede zweite Woche, Frau KeinB ist krank, und wir verstehen uns im Team so gut, dass sich unsere Anwälte schon nach drei Tagen über die Modalitäten einer Vertretung geeinigt hatten. KeinB schreibt also nächste Woche für mich, verzichtet dafür zu meinen Gunsten auf ihr Honorar, übrigens: Für das, was ich hier von der Chefin als Honorar für diese Vertretung überwiesen bekomme, würde ich normalerweise keinen Zweizeiler schreiben, ich mache das als Idealist aus reiner Sympathie für unsere junge Kollegin, aber das nur nebenbei. Gute Besserung also, liebe Kollegin, Gott sei Dank gibt es keinen Grund bereits über Nachrufe nachzudenken oder Kerzen in kalten Kirchen anzuzünden, die Röntgenaufnahmen und das CT, die mir ihr Anwalt geschickt haben, zeigen eindeutig: Nur eine Influenza. Was heißt „nur“…

Andere, die weniger hart im Nehmen (und auch weniger intelligent) sind als unsere liebe Kollegin, würden jetzt eine Auszeit nehmen, mit der Begründung, also ungefähren Begründung: In meinen letzten Stunden denke ich an Wichtigeres als an KV… Tatsächlich denken sie an Wichtigeres, nämlich an die Beileidsbekundungen der Kollegen, an die vielen Nachfragen, kurz: Aufmerksamkeit zu erlangen auf womöglich zweifelhafte Weise. Und ebenso wieder bei ihrer Rückkehr. Mir wurde der Fall eines Kollegen berichtet, der mittlerweile fast alle Krankheiten der Welt überlebt hat, vom Fußpilz bis zum Gehirntumor, und der immer dann erkrankt, wenn die Veröffentlichung seines neuen Textes kurz bevor steht. Alle Krankheiten scheinen dabei erfunden zu sein, und die einzige Krankheit, unter der er tatsächlich leidet (nicht ganz dicht in der Birne) gibt er als Grund nicht an. Bisher nicht.

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Comeback

von BrigitteG

Nun finde ich es ja wichtig, sich täglich zu informieren, was auf der Welt geschieht – politisch, wirtschaftlich, kulturell. Was ist da besser geeignet als Spiegel-online.de? (Obwohl ich einen ungenannten kV-Autoren kenne, der neben Spiegel auch Bild.de täglich liest, um „über den Gegner informiert zu sein“, wie er es begründet. – Ja, klar, ich informiere mich deswegen beim Zahnarzt im Wartezimmer auch immer bei Gala und Bunte…)

Bei Spiegel-online las ich in der Kategorie „Panorama“ einen Artikel darüber, dass in China benutzte Kondome zu Haargummis recycelt und dann verkauft werden. Die Wiederaufarbeitung ist wesentlich preiswerter als die Neuherstellung der Haargummis, von daher werden sie häufig gekauft. Abgesehen davon, dass mir dazu der – zugegeben geschmacklose - Spruch „Asche zu Asche, Gummi zu Gummi“ einfiel, gibt es Warnungen von chinesischen Medizinern, dass die Übertragung von Aids oder anderen Geschlechtskrankheiten dadurch möglich sei, dass die Frauen das (Haar-) Gummi in den Mund nähmen.

Der Begriff des „Kreislauf der Natur“ fällt mir dazu ein: die Gemüse- und Obstreste auf einem Kompost, die zu Erde werden, damit irgendwann darauf wieder Gemüse und Obst gepflanzt werden können. Altglas und Altpapier, aus denen wieder Glas und Papier entsteht. Die Alt-Schuhe, die bei der Herstellung von Straßenbelägen verwendet werden, damit später Schuhe auf Schuhen laufen können. Die Asche von verstorbenen Menschen, aus der Kohlenstoff extrahiert wird, der dann unter hohem Druck in einen Diamanten verwandelt wird, um wieder an einem Menschen zu hängen. – Nun ja, wir müssen wohl inzwischen den „Kreislauf der Natur“ in unserer westeuropäischen Kultur ein wenig dehnbarer fassen.

Den Älteren unter uns ist zum Thema Recycling sicherlich noch die „Werbung“ der Satirezeitschrift Titanic aus den 80er Jahren in Erinnerung: das Bild eines metallen schimmernden Christus am Holzkreuz, mit dem Untertitel: „Ich war eine Dose“ – und geklagt dagegen hatte nicht die Katholische Kirche, sondern der Verband der Aluminiumindustrie.

Welche Alt-Produkte werden eigentlich zu Kondomen recycelt? Die Gummibänder, die immer um die Radieschen herum sind, und die so nervig zu entfernen sind? Oder werden doch vielleicht die alten kaputten Haargummis zu Kondomen… naja, zumindest bekommt man dann kein Aids davon, wenn man die Kondome benutzt. Schuppen vielleicht, aber das fällt ja im Büro nicht auf.

keinverlag

Einige Informationen über meinen Lieblingsverein, in dem ich Vorstandsmitglied bin:

keinVerlag.de

Eigentümer und Webmaster des Literaturforums keinVerlag.de ist Jan M. Zenker (”Malik”) , Artern. Das Forum entstand ursprünglich als Designstudie, Herr Zenker, von Beruf Übersetzer und Spachwissenschaftler, wollte einigen Kunden, die er als Webdesigner betreut, demonstrieren, dass auch eher schlichte und funktionelle Designs im Internet Erfolg haben können.

keinVerlag bietet die Möglichkeit, Texte kostenlos zu veröffentlichen. Bei der Anmeldung im Forum müssen einige persönliche Daten angegeben werden, um die Gemeinschaft der Autoren vor anonymen Störern zu schützen. Weiterhin legen ausführliche Nutzungsbedingungen den Umgang miteinander fest, die Einhaltung der genannten Regeln werden von zwei Administratoren überwacht. Diese administrativen Aufgaben übernehmen Herr Zenker selbst und der vom Verein keinVerlag e.V., Andreas Gahmann gewählte Vertreter .

Dem Literaturforum angeschlossen ist die Webseite für darstellende Kunst, keineGalerie.de, für Sehbehinderte wird die Adresse keinBlick.de angeboten. endlessnovel bietet die Möglichkeit, angefangene und unfertige Geschichten einzustellen und von anderen Nutzern in beliebig vielen Variationen bzw. Handlungssträngen weiterschreiben zu lassen.

Momentan sind bei keinverlag.de über 2330 Autoren und über 790 Leser angemeldet.

keinVerlag e.V.

Die Gründung des gemeinnützigen Vereins keinVerlag e.V. im Jahr 2004 war die Idee einiger auf der Internetseite keinVerlag.de angemeldeter Autor-inn-en , die durch diese Gründung mehr erreichen wollten als nur eine virtuelle Gemeinschaft zu sein. Der Verein soll literarische Projekte wie Anthologien, Lesungen, Wettbewerbe etc. initiieren und durchführen. Ein Teil der Mitgliedsbeiträge dient dabei zur Finanzierung des Literaturforums keinVerlag.de.

Das bedeutet konkret:
- Der Verein hat die von Herrn Zenker herausgegebene Literaturzeitschrift “16 Seiten“, mit einer Auswahl von Lyrik und Prosa der bei keinverlag.de angemeldeten Autorinnen und Autoren, übernommen. Derzeit ist die Ausgabe Nr. 3 der “16 Seiten” erhältlich. Für die nächste Zukunft ist eine vierteljährlich erscheinende Literaturzeitschrift geplant.

- Im April 2006 fand die erste öffentliche Lesung des Vereins in Düsseldorf statt. Zu der Lesung ist das Begleitbuch “Auf-Bruch” erschienen.

- Am 03.03.2007 fand die zweite öffentliche Lesung des Vereins in Papenburg statt.

- Unsere Ansprechpartnerin im Vorstand für die Jugendarbeit ist die Autorin Kindermund

- Der Verein wird im Sommer 2008 eine Jugendanthologie publizieren, das Buch wurde von den Jugendlichen inhaltlich und formal selbst gestaltet. Verlegt wird es im Synonym-Verlag.

- Die erste Lyrik-Anthologie des Vereins ist im März 2007 erschienen, verlegt vom Medu-Verlag.

- Die erste (Ruhr-) Pott-Lesung fand am 10.11.2007 in Essen statt, eine Fortsetzung dieser Reihe ist für den Februar 2008 geplant.

- Für das Frühjahr 2008 ist ein offener Literaturwettbewerb geplant.

- Einmal jährlich treffen wir uns bei der Mitgliederversammlung irgendwo in der Mitte Deutschlands. Weiterhin gibt es Autorentreffen und –stammtische in den meisten Bundesländern, an deren Organisation regelmäßig Vereinsmitglieder aktiv beteiligt sind.

Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 25 €, wobei es verbilligte Mitgliedsbeiträge für Mitglieder mit ein wenig geringerem Einkommen gibt, dieser Beitrag beträgt 15 €. Jugendliche unter 18 Jahren sind von der Beitragszahlung befreit, ein Antrag auf Befreiung von den Mitgliedsbeiträgen ist aber jedem Mitglied möglich. Ein Teil der Mitgliedsbeiträge dient dabei zur Finanzierung des Literaturforums keinVerlag.de

Vorsitzende des Vereines keinVerlag e.V. ist Frau Brigitte Gassmann, Dortmund.

Der Verein ist eingetragen am 14. Februar 2005 beim Amtsgericht Erlangen unter der Vereinsregister-Nummer 1746. Das zuständige Finanzamt stellte am 16.01.07 fest, dass als besonders förderungswürdig anerkannte gemeinnützige Zwecke verfolgt werden.

Nach vier Jahren

von Kindermund

Ich habe mir vorgenommen, eine Kolumne übers Ausziehen zu schreiben. Damit meine ich nicht meine Kleidung, sondern mein Internatszimmer. Ich dachte mir, darin liegt doch jede Menge Symbolik, wenn es darum geht, wie wir Menschen mit Veränderungen umgehen.
Aber wie schreibt man darüber, wie etwas zu Ende geht anstatt zu entstehen?
Was entsteht, ist ein leeres Zimmer mit all seinen metaphorischen Bezügen. Es steht dafür, dass ich Platz machen muss für andere, die auch ein Recht auf vier wunderbare Jahre im Internat haben, aber auch dafür, dass ich einen Teil meines Lebens aufräumen und fein säuberlich hinterlassen muss.
„Es ist Lebenskunst, die schönen Dinge im Leben nicht aufhören, sondern ausklingen zu lassen“, sagt Elisabeth Bergner. Doch etwas ausklingen zu lassen erfordert Kraft. Viel leichter ist es, ungebremst auf das Ende zuzurasen, bis es dann kommt. Und dann gibt es den Moment, in dem wir vor gepackten Koffern stehen, sie ins Auto hieven und dann, nachdem wir nur die Hälfte unserer Freunde ein letztes Mal gedrückt haben, weil der Rest gerade nicht da war, fort fahren, für immer.
Mein Zimmer verliert seine Eigenschaft, mir zu gehören, irgendwo auf dem Weg zwischen Bücher-aus-dem-Regal-räumen und Bilder-von-der-Wand nehmen. Ich verabschiede mich am Ende von einem leeren Zimmer, nicht von meinem. Und so ist es doch eigentlich immer: Bevor wir uns von etwas wirklich verabschieden können, ist es schon vorbei. Und was heißt das überhaupt, verabschieden? Meinen Freunden kann ich auf Wiedersehen sagen, aber dem Internat nicht. Es antwortet nicht und klopft mir nicht tröstend auf die Schulter. Ich muss einfach gehen. Die Dinge hören einfach auf und neue fangen an. Und je mehr wir erlebt haben, desto trauriger werden wir, weil diese Dinge nicht mehr andauern, weil wir wieder ein Stück von uns selbst auf dem Weg zurück gelassen haben.
Wenn man umzieht, wenn ein Lebensabschnitt vorbei geht, dann hören so viele Dinge auf einmal auf, dass man aufpassen muss, nicht ins straucheln zu kommen. Dann kommt bald etwas neues, das genau so wunderbar werden wird, aber erst einmal muss man ein ganzes Zimmer leer räumen und alle Güter, alle Gedanken und alle Gefühle, die dazu gehören, zwischenlagern, bis man wieder irgendwo einziehen und sich entfalten kann. Das wird wohl die Kunst sein: sich so kunstvoll und sorgsam zusammen zu falten, dass man an einem anderen Ort die Flügel ohne Knittern und Risse wieder ausbreiten kann.
Als letztes nehme ich die Ü-Eierfigur, die exakt aussieht wie unsere Internatsleiterin, von meinem Schreibtisch und lasse sie in einer großen Kiste verschwinden, die die Aufschrift „Internat“ tragen wird. Und wenn mir in ein paar Jahren danach ist, dann werde ich in die Kiste hinein sehen. Oder ins Auto steigen und sehen, wer inzwischen in meinem Zimmer wohnt.
Wehmütig werde ich immer ans Internat denken. Und dankbar.

gelesen

Minden

Das große KV-Jahrestreffen rückt näher, die Klugen unter Euch werden es sich spätestens beim Lesen des Titels gedacht haben, dieses Jahr also in Minden, 26.07.2008, Näheres in der Veranstaltungschronik, - und genau wie letztes Jahr für alle, die noch nie an einem Treffen teilgenommen haben, ein paar Infos, wie läuft das ab, usw. Auch: für die Jugend, besonders für die Jugend.

Das Treffen beginnt um 13.00 Uhr, Zeit, sich ein wenig warmzuplaudern, sich zu begrüßen, wenn man Manieren hat, danach findet die Mitgliederversammlung des Vereines statt, gegen 14.00 Uhr. Daran teilnehmen darf jeder, seine Meinung sagen und vielleicht durchsetzen auch, nur mitbestimmen, das dürfen nur Vereinsmitglieder. Soweit ich die bisherige Liste der Teilnehmer verfolgt habe, nimmt auch nur ein Mitglied des Jugendbereiches, das gleichzeitig Vereinsmitglied ist, an der Sitzung teil, Ihr müsst also darauf hoffen, dass die so genannten Erwachsenen die richtigen Entscheidungen für Euch treffen, vernünftig über Euch entscheiden. Wie Eure Eltern und Lehrer. Würde mich persönlich ein wenig sehr ankotzen, dass ich nicht mitbestimmen darf, zumal die maßgeblichen Projekte von KV vom Verein organisiert werden, aber Ihr wollt es ja so. Kostenlose Mitgliedschaft für unter Achtzehnjährige, danach verbilligte (15 € pro Jahr) für Studenten oder so, Befreiung bei keinem Einkommen, oder geringfügigem. Nebeneffekt: Die Werbung verschwindet von Eurer Seite.Natürlich gibt es auch andere Möglichkeiten, seine Meinung durchzusetzen, außerhalb einer Vereinsmitgliedschaft, aber da seid Ihr Euch ja auch nicht einig, bzw. immer wieder einig desinteressiert. Nun, die MV wird ca. eine Stunde dauern.

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Mahlzeit

Unser heutiger Gast: BrigitteG, vielen Dank für den Beitrag und: Herzlich Willkommen.

BrigitteG:

Es fing im vorigen Jahr an, bei einem Betriebsausflug, und ich hatte nie zuvor daran gedacht. Ein ganz unvertrauter Gedanke, eine Idee, zuerst nur vage in meinem Kopf. Dann wurde sie, als ich so nahe dran war an den Männern und Frauen, immer intensiver, und ich konnte diese Vorstellung nicht mehr aus meinem Kopf bekommen.

Es war das Mittagessen, natürlich.

Vor dem Ausflug mussten damals alle, die mitfahren wollten, ankreuzen, welches Mittagessen sie wollten: zur Auswahl stand ein Salat mit Putenbruststreifen, Hähnchencurry mit Reis und Gemüse, oder ein Rinderbraten mit Knödeln. Wir saßen in diesem großen Restaurant, bekamen unser Essen, ich schaute mich gedankenverloren um und war geplättet. Absolut alle Kolleginnen hatten entweder den Putenbrustsalat oder den Hähnchencurryreis, absolut alle Kollegen den Rinderbraten. Und wir waren ca. 70 Leute.

Ab da fing ich an zu beobachten, ob Frauen und Männer unterschiedlich aßen. Es gab weniger fettes Essen bei Frauen, regelmäßiger Salate, und immer wieder Gespräche zwischen ihnen: ein Austausch darüber, warum man sich diesen oder jenen Nachtisch nicht leisten könne und wann man ein schlechtes Gewissen beim Torte essen habe. Die Zeit, in der die Frauen sprachen, nutzen die anwesenden Männer zum Essen.

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Über ReneKain

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hat der Teamleiter der Arbeitsgruppe Jugendtexte, lebendigbegraben,  im Forum geschrieben:

“Auch im Mai hat das Team “Jugendtexte” wieder einen Jungautoren des Monats gewählt:Herzliche Glückwünsche gehen an

ReneKain

Mit freundlichen Grüßen

Das Team “Jugendtexte”",

der Verein schließt sich an: Herzlichen Glückwunsch, viel Freude an der Auszeichnung und dem Preis.

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