Unterwegs

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eine halbe stunde irgendwo unter vielen

von ungesagt

ich tapeziere die wände.terpentingeruch strömt mir aus der nase.kleister zwischen meinen fingern.die fassade ist neu bestrichen.
du starrst den teebeutel an,als würdest du irgendwas im kaffeesatz lesen wollen.ich starrte dich an.
und denke.es ist erstaunlich wie sehr wir den raum um uns herum auszufüllen versuchen.bei gleichbleibendem verlust jeglicher gegenständlichkeit.es ist als würden wir uns über die dinge stülpen und sie verschlucken.zwischen unseren schwingungen explodieren planeten.die atmosphäre ist voller toter sterne.aber was sollst du auch anfangen mit meinem kaffeesatz.wenn du schon mit meiner hand nichts anzufangen weißt.

Gelesen

Wupperliebling

Fotos: tausendschön

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Mit Sabine paradoxa in Minden.

°°°

von ArFeiniel

bilder tragen selten namen, meine finger selten schwarz
mais heute morgen
kolben dolden zapfen      karpfen
wir könnten uns in einer hypothese verlaufen, pedro.
hast du das gewollt? - ich schreibe pathetisches.
zur freude meiner imaginären kindheitsfreundin versuche ich mich im klavierspielen und tastenklopfen aller art.
tausendtags in fairyland.
woher weißt du von der grünen insel?
du hast mich nach hause gebracht, jenkuje monsieur.
twelve noon or twelve midnight?
fremde worte in meinem kopf.
w(elche)? alien words?
narrenspiele tropfen aus meinem handgelenk, ich hab keinen finger frei um sie zu fangen.
(wie ist wohl die mehrzahl der blauen blume iris?
ich war immer schon hier.wo warst du?
ich singe meine lieder der welt, lege hochachtung neben fliederbüschen ins gras, male ein bild
voll trauerweiden weil die welt auf uns nur gewartet hat.
(nothing’s gonna change my world)
seldzam bin ich überrascht.seldzam fehlt mir licht
- ich habe eine quelle, willst du kosten?
mir treibt sie gelb durch die venen, musik durch den kopf.
kinder, die in rotem schilf baden
halbtaubgelacht, verglüht
in gips hehüllt warte ich auf erosion,
male meine wände rauchfarben.smokecolored
urban und maris sind ein listiges geschwisterpaar voll nebelschwaden,
mit laub und getrockneten veilchen verziert.
(and remember the place in the grass where you’ll sit and forgive)
everything is on the moving sidewalk.
licht bricht sich in meinem stundenglas.
paralyzed paradise legalize ordinary dancing kids
es ist genug, ich komm ein andermal darauf zurück.
leg feuerholz nach, es wird eine kalte nacht.

(was für den einen pfeifentabak sein mag ist für mich autokitt)

Gelesen

Digital Author

blog_Organisch.JPGSind Sie auch so froh, dass die Feiertage vorbei sind? Normalerweise bin ich ein Weihnachts- und Sylvesterfan, aus verschiedenen Gründen, um die es hier und heute einmal nicht gehen soll, aber nachdem ich die Heiligabendkolumne der Chefin und die Sylvesterkolumne der, nun, sagen wir: Zynikerin KeinB gelesen hatte, war es bei mir vorbei mit der gemütvollen Stimmung. Unter uns: Eine der Kolleginnen hat mich sogar in einer Mail gefragt, was denn „gemütvoll“ eigentlich sei, ich habe mit verachtendem Schweigen geantwortet. Demnächst verlässt eine junge Autorin die Jugendkolumne aus Altersgründen, vermute ich, dann bin ich hier weg und mache mit der Dame meinen eigenen Laden auf, ich zähle da jeden und jeden Tag. Bis es soweit ist.

Aber: Ich verschenke seit einigen Jahren Bücher zu Weihnachten, und man kann an dem gewählten Buch ungefähr ablesen, wie ich den intellektuellen und kulturellen Zustand des Beschenkten beurteile, es gibt da eine Skala von Ratgeberbüchlein bis zu Gedichten von Dylan Thomas. Es gibt eben, Gott sei Dank, gute und schlechte Freunde, und ebenso, Gott sei Dank, gute und schlechte Bücher.

Selbst publiziere ich ja nur im Internet, ein Internetautor, oder: ein digital author, wie mich eine Freundin (Geschenk dieses Jahr: Mankell, Skalawert: oberes Mittelfeld) ein wenig spöttisch und abwertend zu nennen pflegt. In der internen Hierarchie der Autoren stehe ich damit ganz unten, noch unter den Verfassern von Ratgeberbüchlein, denn die wurden ja gedruckt von irgendjemandem, und dieses „gedruckt worden (zu) sein“ ist das Maß aller Dinge im so genannten Kulturbetrieb, wie ein Stern auf der Motorhaube. Ob die Motorhaube verrostet, zerbeult oder einfach nur hässlich, weil, zum Beispiel: protzig ist, ist unerheblich, es kommt auf den Stern darauf an.

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