Eine Weihnachtsgeschichte
Keine Ahnung, wer auf die Idee gekommen ist, die Poller an den Busspuren orange anzustreichen, ein Gedanke, der mich beschäftigte, während ich aus dem Fenster im Bus schaute, wie mag er aussehen, was mag er seiner Frau erzählen, wenn er nach Hause kommt, abends, erzählt er dann: „Heute habe ich die Poller an den Busspuren orange anstreichen lassen“, und seine Frau denkt: „Das kann ich den Nachbarn wieder nicht erzählen, was der so den ganzen Tag macht“, oder: Sie ist stolz auf ihn, und: Wie feiern die Weihnachten, wahrscheinlich wie alle anderen Menschen, sie feiern eher nicht, sie kaufen und verkaufen, oder: Ist er gar nicht verheiratet oder ähnliches, kauft und verkauft er Weihnachten alleine, aber eine Freude wollte er der Stadt machen zum Fest, zumindest den Busfahrerern, und Heiligabend wandert er an seinem Werk vorbei, er flaniert und ist ein wenig glücklich.
„Wissen Sie, warum man die Poller an der Busspur orange angestrichen hat?“, eine Stimme, und ich blickte die Stimme an, eine alte Frau, wieder hatte ich mich nicht neben eine junge, hübsche Frau gesetzt, nie achte ich auf meine Sitznachbarn im Bus, ich nehme mir das aber für morgen fest vor. Aber besser als ein Spinner oder Besoffener neben mir, die ganze Stadt scheint von denen bewohnt zu sein, wir haben die höchste Sektendichte in unserer Stadt, prozentual pro Einwohner, übrigens, den meisten Regen, prozentual pro Quadratmeter, übrigens, und eine Schwebebahn, Spinner, Regen, Schwebebahn, neuerdings Besoffene und orangene Poller an den Busspuren, dafür sind wir berühmt.
„Das war meine Idee“, wollte ich zuerst antworten, „ich war betrunken, und ich wollte der Stadt eine Freude machen zum Fest, da habe ich die Poller in den Farben meiner Wupperkirche anstreichen lassen, das sieht doch hübsch aus, bei Regen, von der Schwebebahn aus“, - aber sie hatte kluge Augen, und ich mag Menschen mit klugen Augen, obwohl sich diese Tiefe schon oft als Kurzsichtigkeit herausgestellt hat am Ende, aber derer Enttäuschungen sind zahllos und sie werden mehr.
Zum erstem Mal widmet der 

