von dunkelkind
ausserdem weiss ich nicht wohin wer mir damals sagte was richtig - kann nicht wie ich wollte Frisst sich kalt schneller - geister Schmerz in haenden, in der kaelte, winter ist nah streut traenen auf meine pfade
sie spuken stets - muesste die heizung entlueften Dringend Damit das glucksen sich verschweigt, die stille einzieht in Kaelte innen - mit herz hand fenster - aus der welt die sagte / rief: nevermore. ein rabe kraeht zu meinen fuessen, pickt das korn vom letzten jahr und ich sehe kein gruen, nirgend. wickle mich in meine decken, ziehe dich hinzu - schwester Um dich zu waermen mit deinen blauen kaeltekuppen den blutigen vom kratzen Um dich warm zu halten wie damals. herz an herz als alles so schwer war.
schuetzen vor dem friersturz
liegst wie glas in armen. wunderschoen –
von Kindermund
Die letzte Woche habe ich damit verbracht, mein Zimmer auszuräumen. Es soll neu gemacht werden, so ganz neu, ist das nicht toll?! Aber vorerst müssen drei Schränke und ein Bettkasten (vor dem ich mich bisher gedrückt habe) sowie das gesamte Chaos, das sich sonst so in meinem Zimmer verteilt hat platz machen.
Unglaublich. Müll, Müll, noch mehr Müll… Wie viel sich im Laufe der Zeit in meinen Schränken angesammelt hat!
Und was man da findet!
Ein Coldplay Album (woher um Himmelswillen habe ich ein Coldplay Album?)
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von Wechsel-Haft
Von Glück. Davon träumen alle. Von Glück. Die Stillung des Durstes, des unendlichen Durstes. Der Wind weht schwach- nein, nicht aus Südost, auch nicht von Nordwest-, er weht einfach, bestreicht den Rücken mit Besänftigung oder bemalt das Gesicht mit Paradiesgedanken, ganz leuchtend. Wie ein jeder es empfindet, wahrnimmt. Blickentfernt grast das Meer, blauwechselnd, am Strand. Der Sand berieselt unsere Traumaugen, bestreicht unsere Phönixperlen, die auferstanden unsere Herzschläge verbergen. Der Atem läuft mit der Welt. Die Lungen blähen sich ertränkt auf und zersprengen Ketten. Ketten aus Mißgunst und Städtegrau.
Da ist Wärme. Pure natürliche Wärme. Da ist Licht. Golden hell gesprenkelt. Da ist Tanz. Ein Segelflug von Gleichgewicht. Ein Tauchgang in das Sein. Hier-Sein. Jetzt-Sein.
Wie, als wenn keine Zeit uns berührt. Und Ewigkeit uns bemuttert, uns zart die Herzen flickt. Uns…-ohne Faden, ohne Nadel, ohne Narbe.
Glimmende Tropfsteine in einer nahen Höhle. Hier ist nur ein Hauch vom Brausen in den Wänden.
Es tropft auf die sandgestreute Haut. Füsse durchgleiten purpurne Strömung, die hinausstrebt zu großen Meeren, zum Sein.
Wolken im blauen Kuppeldom unseres Heims.
Der einzige Ort, den wir wahrnehmen können.
Wie Träume aus Nichts dämpfen sie unsere Trotzschreie, die Kräfte der Gedanken. Pudern uns die Nase, spielen mit dem Rot des Klatschmohnes und betonen die eingeschlossene Sonne im Rapsmeer hinter unseren Blicken.
Im Schilf schleicht ein wahrgewordener Traum umher. In einer Sprache, die wir nicht verstehen, weil wir zu Ich-gestanzt durchs Leben fliehen.
Jasmin mischt sich mit Lindenblüten zum Parfum eines Sommerabends. Benebelt die Sinne zum verstärktem Wahrnehmen. Sinkst du schon in den sicheren Traum vom Kristallpalast?
Das Silber der Sterne glänzt in deinen Tränen, die Zeichen deiner fortgeschrittenen Reinigung sind. Du räumst dich von dir selbst fort. Fort, zu Wüsten, Meeren, Bergen, Bäumen, Menschen, Lichtern, Nächten.
Wie die Nacht dich umhüllt, geborgen wie ein Mutterleib hält, hast du langsam erspürt. Für einen Tag Bewußtsein hast du Reichtum erfahren, verdient, verlebt. Gelebt. Und was ist ein Tag im Jetzt?
Vergiß Tage, Nächte.
Treiben auf Wellenkämmen, auf Federfüßen. Lass Dich küssen. Lass-Dich-KÜSSEN.
Höre. Horche. Immer wieder. Dann gleitest du mit dem Sein in Dir. Der Wind weht. Unvergänglich.
Wovon hier geschrieben wird? Von Glück. Von Dir, Ihnen, Allen.
Von Glück.
Nur von Glück…
Leider, oder auch nicht: leider stecke ich voller Vorurteile. Das heißt: Ich bilde Urteile, bevor ich eigentlich ein Urteil bilden dürfte. Ein gewissermaßen kurzer Prozess, anstatt einer langwierigen (Gerichts-)Verhandlung mit mir selbst.
Ein Beispiel: Menschen beurteilen, deren Charakter, Intelligenz, soziale Kompetenz, so heißt das ja wohl heute, - das dauert bei mir zumeist nur wenige Minuten.Eher weniger, ehrlich gesagt. Man lernt ja viele Menschen kennen, ob man will oder nicht, im Verlauf eines, wie in meinem Falle, mittellangen Lebens mittlerweile, und immer mehr gewinnt man den Eindruck: So viel Zeit habe ich gar nicht mehr, mir für jeden/jede Zeit zu nehmen. Oft höre ich Radio, Jugendsender, das auch, und ich denke immer, wenn ich dann die Jugend höre, was sie denn so gerne mache, beispielsweise am Wochenende: Party machen, Leute kennen lernen. Und ich denke dann immer: wie schön, dass ich nicht mehr jung bin. Dazu habe ich aber nun gar keine Lust. Zu letzterem.
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von Wechsel-Haft
Der Adapter summt.
Vielleicht knallt bald das Notebook durch.
Es ist mir scheißegal.
Seit Oktober keine Kippe mehr geraucht. Im Mai letztes Jahr eine Frustpackung an einem Tag, den 23., dann nichts.
Alles ist adaptorisch, sagen mir zwei Idioten aus dem Chat.
Ich ziehe.
Cool.
Ein Gefühl von Abgebrühtheit gibt der ganze Glimmstengel ja.
-Du machst Dir Dein Image kaputt.-
Skeptisch brumme ich gegen den Bildschirm.
‘Image? Was für ein blödes Image, denn?!
Das ist das Komischste, was ich je über meine Raucherei gehört habe.
Ich ziehe.
An der adaptorischen Kippe.
Was sie umwandelt, weiß ich nicht, aber sie hat mich dazu gebracht mich selbst auszulachen.
Es knallt.
Der Adapter summt nicht mehr. Der Laptop läuft auf Akku.
Ich grinse nur.
Ziehe und drücke diabolisch aus.
von Cat

Das Gute am Erwachsenwerden ist,
dass man mit jedem Tag ein kleines bisschen ernster genommen wird.
~
Das Schlechte am Erwachsenwerden ist,
dass sich auf einmal alle selbst so ernst nehmen.
Liebe….
ist schon was Komisches. Und eigentlich ist sie genauso wie Erwachsen werden:
Am Anfang ist da noch dieses aufregende Kribbeln im Bauch, und irgendwann merkt man dann, dass die Luft raus is.
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von Wechsel-Haft
Das Jackett verlieh dem ganzen Tag einen lässigen Stil. Vielleicht war das der Grund, warum sie sich so träge fühlte. Selbst die Tauben liefen träge vor ihre müden Füße, und dann sagten sie: „Mann! Die ist ja noch dümmer als die Dortmunder Tauben, also wir.“ Und gurrten böse.
Ihr Husten, ausgelöst durch entflohene Dunen aus dem Kleid der Kritiker, klang eher als würde sie zu viel Rauchen: Sie war Nichtraucher. „Das kann jeder sagen.“, gurrten die Tauben und rannten langsam davon, weil sie das lässige Jackett nicht ausstehen konnten. Es machte sie so träge.
Die Strassen waren kaum befahren. Die Sonne brannte schon um sieben Uhr morgens und versprach einen langen Tag.
-Siesta-
Der es am anderen Ende auch war. Vielleicht hatte er es nicht anderes verdient. Aber trotz allem war es unfair, weil der Leidtragende an dieser Geschichte der Bodyguard namens Churchill war, der vergebens oder doch viel zu lange auf seine Entlohnung warten durfte.
Im Umgangsdeutsch sich gedulden durfte, weil seine Arbeitgeberin einen tollen Typen kennen lernte, der Taubenjäger war, auf dem langen, trägen Rückweg nach der langen, trägen Arbeit . Und seit Stunden versuchte ihn anzusprechen.
Armer Churchill!
Hockt er jetzt müßig in der Wohnung und dachte darüber nach, was er zu tun hätte? Nach der Sinnlosigkeit seiner Existenz?
Aber da zuckt er nur die Schultern. Jeder ist sinnlos existent. Das sieht man an den Dortmunder Tauben.