In einer Diskussion über (Musik)Szenen kam neulich die Frage auf, was nötig ist um zu einer Szene zu gehören, ob nicht jeder seine eigene Szene ist und welchen Sinn so ein Schubladendenken macht. In dieser Kolumne werde ich mich einmal mit dem Thema beschäftigen und meine Meinung darlegen.
Ich sehe drei große Aspekte, nach denen man (Musik)Szenen oft untergliedert:
Chade trommelt mit den Fingern auf die Platte des Chromtischchens. Sein Blick glänzt nervös über die tanzenden, zuckenden Gestalten, Gyrostabilisatoren, Orthoskins, Cybertittchen. Er switcht seinen Geruchbooster für das Millionstel einer Sekunde in den Bereitschaftsmodus - fuck, dieser Schweißgestank - Geruchsfilter aktiviert - initializing - und genießt den unterschwelligen Geruch unzähliger maßgeschneideter Pheromone, die in seine Sinne dringen. Begierde, Lust, Erregung, Männlichkeit, Aggression, Dominanz - fuck - und switcht das verdammt Gerät aus. Stellt fest, dass sich seine Hand zur dermalgepanzerten Faust geballt hat, flucht, schaut sich um.
Auf dem Weg zum Bus nach der Schule war es anders, ich wusste erst nicht warum, ich hatte die Augen geschlossen wie immer. Bis ich dann über die ersten Sonnenstrahlen fiel.
Seit Freitag scheint die Sonne.
Heute ist Sonntag und mir ist wieder nach Soaps im Fernsehen anschauen und mir ist nach Schokoeis an orangefarbenen Tagen. Mir ist danach, mich einladen zu lassen.
Habe ich Winterdepressionen? Mir ist, als wäre ich aufgewacht.
Ich bin traurig. Traurig, weil der Winter einfach so verstrichen ist, und ich hatte die Augen geschlossen. Ich sage immer, ich komme mit dem Winter klar, aber mit dem ersten Stück sonnenbeschienenem Asphalt fällt es mir wie Schuppen von den Augen.
Ich will mir ein Sommerkleid kaufen, um die Sonne zu zelebrieren. Es gibt nichts schöneres, als im Frühjahr, wenn die Sonne scheint, sich daran zu erinnern, dass die Welt nicht grau ist.
Schnee, es hat geschneit, gestern, wo Sie mich schon nach dem Wetter fragen, hier bei uns liegt einmal Schnee heute, und er wird gerade weggewaschen von dem ewigen Regen hier, und heute ist der Regen besonders kalt, ich war schon früh unterwegs, auf dem Weg zur Arbeit, - ich weiß jetzt wie das riecht, übrigens, diese morgendliche Kälte, sie riecht grau, ich habe das in diesem Gedicht gelesen, und wie das ist, morgens aufzuwachen aus einem Albtraum, wie dann der Kaffee schmeckt, heiße Schwärze, und dann vom Traum in den Wirklichkeitsalbtraum, wie Sie wissen, habe ich Gedichte immer geliebt, oft mehr als Menschen, als Tiere, als Geld ohnehin, oder: was man sich dafür kaufen kann, es ist doch kein Leben, in dem man nie erfahren hat, dass diese nasse Kälte grau riecht, es fehlt einem doch das Wort.
Als ich heute morgen aufgewacht bin, ist mir seit vielen Tagen wieder einmal aufgefallen, wie gut ich mich fühle. Hammergut. Supergut.
Nachdem ich geduscht, mir mein neuestes Top und knallenge, perfekt sitzende Jeans angezogen hab’, war ich – mit meiner Lieblingsmusik im Hintergrund – bereit, mich nackt auf die Straße zu stellen und zu schreien, dass ich zu allem bereit bin. Die Energie floss mir durch den Körper, ich vibrierte vor Spannung. Es wird Zeit, dacht’ ich mir, tu was!
„Das Spiel ist vorbei. Welch grandioses Match voller Spannung und der ein oder anderen schönen Szene. Denken wir an das 0:1 in der 28. Minute und der darauffolgenden Messerstecherei, wonach 2 Spieler mit Rot vom Platz flogen und 3 weitere Spieler mit blutroten Trikots den Rasen verlassen mussten. Danach ging es also 8 gegen 9 weiter. Bis zur 41. Minute in, als es der auswärtigen Mannschaft gelang, das 0:2 zu erzielen. In einer wilden Schießerei bis zur 45. Minute, gelang es der Heimmannschaft, mit ihren treuen Fans im Rücken, fast die komplette gegnerische Mannschaft auszulöschen, bevor der Schiedsrichter, durchsiebt wie ein Schweizer Käse, abpfiff und daraufhin die Pfeife abgab…“
Dann lag die tote Maus da, vor der Küche, sie hat sie gesehen. Unsere Katze hat die Maus getötet, das ist die Natur, getötet und liegen gelassen. Nur war sie überrascht, dass ihr kleiner Liebling das kann, sie hat das ignoriert, das Animalische in Allen. Seitdem sieht sie die Katze anders an, die Katze und dann mich.