Neu! Engagiert! Für Alle da! - Natürlich war unser bisheriger Jugendbeauftragter AndreasWupperzeit auch engagiert. Aber er fand sich zu alt für den Posten - obwohl er doch kaum über 40 ist . Er ist also zur Mitgliederversammlung des Vereins am 30.6.07 in Marburg offiziell als Jugendbeauftragter zurückgetreten (aber jetzt im Vorstand Beisitzer), und für ihn wurde Jule Kindermund als neue Jugendbeauftragte gewählt. Egal ob frisch dabei oder bisherig: die Jugendbeauftragten fühlen sich nicht nur für die Vereinsmitglieder zuständig, sondern natürlich für alle Jugendlichen hier auf kV. Bisherige Projekte: es gibt ein Jugendforum (für 13- bis 21-jährige), es gibt eine Jugendkolumne, immer Montags, es gibt ein Jugend-Schreibprojekt, einen Jugendchat, und die Jugendanthologie liegt in den letzten Zügen - d.h. alle Texte sind ausgesucht, mit den Autor-inn-en wurde gesprochen, derzeit wird die komplette Datei zusammengestellt. Geplant sind außerdem Treffen für die Jugend, ein Schreibwettbewerb, auch über einen slam wurde gesprochen. Ihr seht - es bleibt spannend…
Foto: Anna Schwartz

Heute ist Mittwoch,- wednesday, wo: fast überall. Zeit für einen Wochenrückblick, Monatsrückblick, Jahresrückblick, Lebensrückblick;-für einen Blick auf die kommenden Tage, Monate, Jahre, Jahrzehnte, vielleicht. Aber nur kurz: die Gegenwart geschieht so schnell, während ich vor- und zurückblicke, nicht viel Wasser fließt den Rhein herunter,die Wupper, die Seine, die Themse. Schon ist es Zeit, über den Jordan zu gehen, den letzten aller Flüsse, über die Wupper also, für mich. Kann aber sein, dass es erst Montag ist und heute, monday, lundi.
von ArFeiniel
All das Vergessen schmerzt so sehr, dass nur die Illusion,
die Hoffnung,der Glaube daran, dass alles was hätte sein können,
irgendwie, irgendwo IST mich am Leben hält.
Die Zeit, in der wir ziehen, reißt uns mit, und unsre Reise zieht
an uns vorbei. Was vergessen, ist fort. Die Erinnerung lebt nicht.
Das Sein ist eine Illusion. Wenn wir gehen, sind wir weg und
können niewieder zurück.
Unwiderbringbar verloren, jeder Moment, bleibt im Kollektiv
doch etwas zurück, verliert trotzdem jeder sein selbst.
Nicht einmal wir selber wissen, wie unser Leben war.
Es bleibt nur ein Pool von Gefühlen, die Sehnsucht und
die Schönheit des Falls…des fals, des es könnte, des es würde wollen
und der Schmerz darüber, nicht erkannt zu werden.
Nicht einmal von uns selbst.
von Schattenherz

Unsicher starre ich auf die Tastatur. Unsicher blicke ich hoch auf den Bildschirm und sehe die einzelnen Buchstaben auf dem Monitor erscheinen, während meine Finger sich blind den Weg auf die richtigen Tasten suchen. Reine Gewohnheit, ohne darüber nachzudenken wissen meine Finger welche Tasten sie drücken müssen und wo diese sind. Schon merkwürdig, was Gewohnheit so alles ausmacht.
Gewohnheit mag man es wohl nennen, dass neben eigentlich allen meinen alltäglichen Aktivitäten Musik läuft. Gewohnheit, vielleicht aber auch Unterhaltungswert oder Sucht.
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von Kindermund
Gestern hast du mir in der Essensschlange “Hallo” gesagt. Daraufhin fand ich mich mit meiner Suppe und einer Gabel an einem der Tische wieder.
Ich bin drüber hinweg. Wirklich.

Vorigen Montag ist keine Kolumne erschienen, meine Schuld, ich war dran, war aber nach dem Treffen in Marburg zu müde, und: rechte Lust hatte ich auch keine…Entschuldigt das, bitte. Übrigens, Marburg:
Es waren auch junge Autoren anwesend, in Marburg, erfreulich viele, und: an der Außenwand des Turmrestaurants, in dem unser Treffen stattfand, blinkte ein riesiges Herz, und: es gibt eine neue Jugendvertreterin. Jugendliche Autoren anwesend waren ca. zehn, das Herz war eine Werbeaktion einer Kontaktbörse, die neue Jugendvertreterin heißt Julia „Jule“ Kindermund.
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von Wechsel-Haft
Hatte er sich bewegt? Der weiße Vorhang, eine Wand aus Schnee. War ein Windhauch eingestiegen? Gemalt in ein weißes Zimmer. Nur mit einem Holzbett versehen. Wir sinnierten noch eine Weile darüber. Irgendwo über der Bergkette, die wir hinter dem zugezogenen Fenster vermuteten, musste er geboren worden sein, der Wirbel, der uns aufmerksam werden ließ.
“Wie verführe ich einen Ast?” war endlich die Frage gewesen, die mein Interesse an ihm weckte.
Und jetzt lagen wir in diesem weißen Zimmer auf dem einem Bett in einem Abstand von zwei Metern voneinander und vermuteten den Himalaya hinter den zugezogenem Fenster.
Der Morgen noch jung und unsicher, zeigte uns, dass wir bekleidet waren, noch immer unschuldig in unserem Zusammensein, obwohl ich als “Ast” seine Herausforderung war.
Aus der Ferne hinter den Vorhängen Klänge, wie Rohre, riesige Weltenrohre, gegen die Riesen stoßen, während sie dazwischen Verstecken spielen. So klingt es in die Stille des jungfräulichen Tages und in unser erstes Schweigen. Noch dauerte es bis der Tag, betrogen, gedemütigt und vergewaltigt, im Grabe landen würde.
Er wollte Fotos sehen, von mir. Dann enttäuscht, weil keine Nacktbilder darunter zu finden waren, kam er zu der Feststellung, dass ich in der Tat ein Ast sein müsse.
Energisch, mein Sprung zur Schneewand. Mit einem leichten Knallen riss ich sie entzwei und wir starrten auf den Dachfirst des Nachbarhauses.
Beendet.