von para.gone
Kaum hat sich das Wetter draußen auf sommerliche 25° verschoben, kriechen sie wieder aus allen Ecken. Neben der diesjährig angedrohten Zeckenplage wohl die grausigste Plage des Frühlings. Ihre ersten Symptome erkennst du daran, wenn einer von deinen Kumpels mit verklärtem Blick alle zwei Minuten auf sein Handy starrt, obwohl er mit euch, seinen besten Kumpels, in der Fußballkneipe sitzt, um das spannendste UEFA-Cup-Spiel seit Jahren zu sehen. Latent wird das Problem dann, wenn die Freundin zum nächsten Männer-Grillabend mitgenommen wird, und schließlich manifest, wenn das unaufhörliche Schmatzen das wilde Flammenspiel der brutzelnden Würstchen übertönt. Aber verzweifle nicht, denn: Alle Hoffnung ist erst dann verloren, wenn sie die Eisdielen belagern, sich gegenseitig mit einem überteuerten Coppa d’amore belöffeln und du nur darauf wartest, dass sie endlich, endlich aufstehen, damit du einen der wenigen freien Plätze bekommen kannst. Die vertreiben sich doch eh nur die Zeit, bis sie nicht mehr zu schräg angeguckt werden, wenn sie zu Hause kuscheln – 5 Uhr nachmittags oder so.
Genau, du hast es erkannt: Die Pärchenplage.
So oder so ähnlich würde sich meine Kolumne, aus Frustration an einem Wahnsinnssonntagnachmittag geschrieben, wohl fortsetzen, wenn ich nicht infiziert worden wäre. Also aufhören. Und noch einmal von vorne.
Kaum hat sich das Wetter draußen auf sommerliche 25° verschoben, kriechen sie wieder aus allen Ecken. Neben der diesjährig angedrohten Zeckenplage wohl die grausigste Plage des Frühlings; wir wissen es, es tut uns Leid, wir können doch auch nichts dafür.
Ihre ersten Symptome erkennst du daran, wenn eine von deinen Freundinnen in der Cocktailbar alle fünf Minuten mit verklärtem Blick in Richtung der Toiletten verschwindet. Natürlich fragt man sich, wieso sie überhaupt mit zu eurem allwöchentlichen Weiberabend gekommen ist, aber, ganz ehrlich: Besser, dass sie irgendwo jenseits der Toiletten sehnsüchtig auf diesen einen Anruf wartet, als wenn sie neben euch säße und mit ihrem nervtötenden Seufzen jeden Kerl, der sich für euch interessieren könnte, durch die entsprechenden Reiz-Reaktions-Signale abschrecken würde. Wir wissen, dass wir nerven, aber wir bemühen uns.
Latent wird das Problem dann, wenn der Freund zum nächsten Jude Law-Filmeabend mitgenommen wird und über Fußball zu diskutieren beginnt, und schließlich manifest, wenn das unaufhörliche Schmatzen die wilden Liebesspiele im Film übertönt.
Aber verzweifle nicht, denn: Wir können eben nicht anders. Wenn wir die Eisdielen belagern, uns gegenseitig mit einem überteuerten Coppa d’amore belöffeln und du nur darauf wartest, dass wir endlich, endlich aufstehen, damit du einen der wenigen freien Plätze bekommen kannst, wissen wir darum, wie sehr wir dich nerven.
Es macht uns eben glücklich, mit unserem Liebsten dämlich grinsend im Sonnenschein zu sitzen, Eisdielen, Parkbänke, Wiesen und Kinos zu überfüllen. Wir wollen euch nicht nerven, wirklich nicht. Schadenfreude ist zwar die ehrlichste Freude, aber wir haben Freude genug. Es stört uns nur einfach nicht, dass wir euch nerven, weil wir es meist eh nicht mitbekommen.
Aber, ganz ehrlich, tröstet euch, denn im nächsten Jahr, wenn sie wieder aus allen Ecken kriechen, kann die Plage auch euch infizieren und dann werdet ihr diejenigen sein, denen mit Augenrollen und genervtem Räuspern begegnet wird.
Und wer uns nicht aus Gutmenschentum verzeihen kann, der kann uns vielleicht wegrationalisieren: Schuld daran sind unsere Hormone. Die reagieren auf Licht, das durch die Augen-Netzhaut ins Gehirn gelangt. Die Lichtmenge steuert in der Zirbeldrüse die Produktion des Schlafhormons Melatonin - im Frühjahr wird weniger produziert, im Winter mehr. Die kürzeren Nächte im Vorsommer erhöhen also die Aktivität und damit die sexuelle Erregbarkeit, sie sorgen also für die berühmten Schmetterlinge im Bauch.
Das zumindest sagt die Forschung im Max Planck-Institut. Uns ist das eh egal, weil uns alles außer uns selbst egal ist. Aber: ‘tschuldigung.